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| Sprungbetrieb | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Der Verein - Historisch |
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Im Winter 1966 trafen sich 6 Fallschirmspringer in der Kneipe am Dortmunder Flugplatz, der damals noch über eine 650 m Graspiste verfügte, um einen Sprungverein zu gründen. Da man für einen eingetragenen Verein beim Amtsgericht jedoch 7 Mitglieder vorweisen muss, hat man kurzerhand den Gastwirt der Kneipe mit unterschreiben lassen. – da die Eintragung in das Vereinsregister erst Anfang 1967 erfolgte, beginnt auch hier die Zeitrechnung für unseren Verein...
Am Anfang war nur die Idee: gemeinsam aus intakten Flugzeugen springen. Dazu charterte man sich irgendwo ein Flugzeug und sprang auf den verschiedenen Flugplätzen. Mal in Dortmund – anfangs sogar direkt auf dem Flugplatzgelände – aber auch auf dem Segelfliegergelände Borkenberge und wo es gerade so möglich war. Eine Ausbildungserlaubnis war erst einmal nicht vorhanden. Wer eine Sprungausbildung machen wollte, musste schon mal bis nach Strassburg, Frankreich fahren. Direkt am Flugplatz Dortmund erhielt der Verein zwei kleine Räume, um die Ausrüstung zu lagern. Da jedoch schnell klar war, dass auf dem Flugplatzgelände das Springen kein Dauerzustand werden konnte, gab man sich 1971 – 1972 auf die Suche nach einem geeigneten Landeplatz und wurde auf dem Truppenübungsplatz in Holzwickede-Hengsen fündig. Ein riesiges Gelände mit viel Ausweichplatz wurde von der Standortverwaltung Unna zugewiesen und zum Fallschirmspringen zugelassen. Eine Ausbildungsgenehmigung wurde 1972 von der Bezirksregierung Münster erteilt. Ab diesem Zeitpunkt wurde vom Flugplatz Dortmund, anfangs mit einer von dem Luftfahrtunternehmen Aerowest angecharterten C 172 Rocket (Pilot + 3 Springer und ausgebauter Tür) gestartet und über dem Sprungplatz abgesetzt. Automaten aus 5 – 600 m und manuelle Springer aus 600 – 1.000 m. In 1972 wurde auch ein Vereinsheim auf einem ca. 500 m unterhalb des Sprungplatzes befindlichem Gelände errichtet. Dieses Vereinsheim hatte ca. 200 qm Innenraum und beherbergte einen Clubraum mit Theke, einem großen Packraum, einem Geschäftszimmer sowie sanitäre Einrichtungen, die für einen Fallschirmsportverein in jenen Jahren bereits unvergleichbar waren. Erwähnenswert ist vielleicht noch – weil heute kaum noch vorstellbar - auch, dass zu dem weitläufigen Gelände des Truppenübungsplatzes bis weit in die 90iger Jahre noch eine militärische Raketenstellung gehörte. Wer als Springer in dieses hermetisch abgeriegelte Gelände von oben eingeschwebt ist, hatte einige Fragen zu beantworten.... und ohne Identitätsnachweis war auch nur schwer wieder herauszukommen. Wir dürfen nicht vergessen: der Kalte Krieg war im Gange und es gab noch eine sehr lebendige DDR. – Auch mußte der Vereinsvorstand jedes Jahr eine aktualisierte Mitgliederliste an die Bundeswehr geben und versichern, dass seine Mitglieder nicht aus dem sowjetisch-sozialistischen Machtbereich kommen. Die ersten, im Vereinsbesitz befindlichen Sprungfallschirme wurden von der Union Brauerei gestiftet. Über mehrere Jahre erhielt der Verein einige schwarz-goldene Rundkappen von dieser Brauerei – als Gegenleistung wurden hierfür einen Anzahl von Aussenlandungen für die Brauerei durchgeführt. Die Gelände für die Aussenlandungen waren genauso groß wie heute – nur waren die Schirme schlechter zu steuern... Erst ab 1978 verfügte der Verein über ein Flugzeug, welches einer Haltergemeinschaft von Fallschirmspringern gehörte, die ihr eigenes Geld in dieses Projekt eingebracht haben. Das Flugzeug war eine Cessna 180 mit Spornrad und dem Kennzeichen D-EMPH kurz Papa-Hotel. Jetzt konnte man 4 Springer in rund 25 min Umlauf bis auf 3.000 m bringen. Die Maschine war schmaler und durch das Spornrad aerodynamischer als die C 182 und stieg erheblich schneller. Sie war aber sehr seitenwindempfindlich und schwer zu fliegen.
1992 übernahm der Verein die Maschine von der Haltergemeinschaft für 110.000 DM. Davon hatte der Verein 35.000 DM direkt zur Verfügung und der Rest wurde über Mitgliederdarlehn finanziert, die etwa 4 Jahre später voll abgelöst waren. Ab Mitte der 90iger Jahre wurde aber klar, dass ein Fallschirmsportverein, der überleben will, sich auch um Turbinenflugzeuge zu kümmern hat. Und so bahnten auch wir Kontakte zu diversen Anbietern von entsprechendem Fluggerät an. Über Axel Hillemeyer konnten wir schon mal eine Pilatus Porter, eine Caravan oder sogar mal eine Twin Otter chartern. Dann kam die sogenannte Biskup-Porter dazu, die später von Jürgen Möllemann und der MS-Air GmbH übernommen wurde. Es hätte so bis in alle Zeit so weitergehen können. – Aber die Randumstände um uns herum änderten sich. Der Dortmunder Flugplatz mutierte zu einem ausgewachsenen Flughafen mit einer 2000 m Piste, auf der unser kleiner gelber Flieger kaum auszumachen war. Die Fluggastzahlen stiegen und die Absetzwartezeiten verlängerten sich. Auch wurden die Sicherheitsanforderungen zum Betreten des Flugplatzes höher geschraubt. Ein sportliches Fliegen am Dortmunder Flughafen wurde damit immer schwieriger. Wir nahmen also unsere Luftfahrtkarten in die Hand und überlegten, wo man denn in diesem dichtbesiedelten Ruhrgebiet noch eine Möglichkeit zum Fallschirmspringen bekommen könnte. Luftraumspezifisch ist zwischen Flughäfen wie Dortmund, Düsseldorf, Münster-Osnabrück usw. eben nicht mehr viel Platz. Wir wurden schließlich in Marl am Verkehrslandeplatz Marl-Loemühle fündig: Die 800 m Asphalt-Startbahn bietet die Möglichkeit auf ganzjährigen Betrieb und das hervorragende Landefeld genau gegenüber des Flugplatzes eignet sich optimal für die definierten Bedingungen, die an den Betrieb eines Fallschirmsprungplatzes gestellt werden. Und nach dem der Rat des Kreises Recklinghausen im Januar 2001 eine hitzig diskutierte Landebahnverlängerung entschieden abgelehnt hatte und somit eine Ausweitung des örtlichen Flugverkehrs nicht gegeben war, wurden die erforderlichen Kontakte geknüpft und das Zulassungsverfahren angeschoben. Die ersten Sprünge auf Loemühle wurden dann am 08.08.2001 mit dem Segen der Deutschen Flugsicherung, der Bezirksregierung Münster, dem DAeC, dem Ordnungsamt der Stadt Marl und der Polizei des Kreises Recklinghausen aus der Pilatus-Porter D-FFBZ durchgeführt. Anfang 2002, kaum hatten wir unsere Zelte in Marl aufgeschlagen, wurde dann aus der Diskussion einer Landebahnverlängerung (war ja schon abgelehnt) gar eine Diskussion um die Schließung des gesamten Flugplatzes aus angeblich wirtschaftlichen Erwägungen heraus, weil die beteiligten Gesellschafter, die Städte Marl und Recklinghausen sowie der Kreis Recklinghausen die finanziellen Verluste, die der Flugplatz verursachte nicht mehr ausgleichen wollte. Wir Fallschirmspringer mussten also wieder um unsere Existenz zittern. Im Sommer 2006 wurde der Flugplatz dann tatsächlich insolvent, weil die Gesellschafter den Verlust von schlappen 30.000 € nicht mehr ausgleichen wollten. Eine Investorengruppe, bestehend aus 10 Unternehmer, Privatleuten und dem Verein für Fallschirmsport haben den Flugplatz aus der Insolvenz heraus übernommen und betreiben ihn seit November 2006 in eigener Regie – und das sogar kostendeckend. Heute betreibt der Verein für Fallschirmsport eine eigene Cessna 182 (für 4 Springer) und (seit 2004) eine gecharterte Cessna Grand Caravan (für 18 – 20 Springer) und gehört mit über 200 Mitgliedern zu den renommiertesten Sprungvereinen in Deutschland. |
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